Donnerstag, 7. Juni 2007

Graustich.

scarlett

Angestiftet von Maria und dem hübschen kleinen Haarband, dass sie aus ggh Scarlett gehäkelt hat, bin ich gestern zur Kreuzberger Fadeninsel gefahren, um mir selbst ein paar bunte Knäuel zu kaufen. ggh ist ja für seine wunderbare Farbauswahl bekannt, allein zum Anschauen der Pracht lohnt sich der Besuch schon - entschieden habe ich mich schließlich aber für genau die Farben, zu denen ich auch sonst als erstes greife: Stachelbeergrün, Salbeigrün (es sieht auf dem Foto mehr nach Beige aus, es ist aber ein schönes, mattes Grün) und das unvermeidbare Grau.

Bei dem Versuch, mehr Farbe in meine Wohnung, Kleidung oder hier in den Blog zu bringen, scheitere ich immer wieder. Neulich im Blumenladen hatte ich mich schon fast für eine pinkfarbene Orchidee entschieden, dann aber doch die weiße mit nach Hause genommen. Das rote T-Shirt, das ich in der letzten Woche beim Einkaufsbummel mit meiner Freundin noch toll fand, habe ich schon am nächsten Tag zurück in den Laden gebracht. Und mein Wollvorrat besteht mittlerweile fast nur noch aus Garn in gedeckten Farben, weil ich letztlich doch nichts anderes tragen würde. Dabei sehe ich mir bei anderen so gern Farben an. Janes Häkeldecke fand ich fantastisch, oder die Kinderzimmer, die Hillary gerade neu eingerichtet hat. Aber was bei anderen leichthändig wirkt, stellt mich vor große Herausforderungen. Und wo andere scheinbar mühelos mehrere Farben kombinieren, habe ich schon Schwierigkeiten, mich für die richtige Weißnuance zu entscheiden.

Ich wünschte, ich wäre ein wenig zufriedener mit dem, was ich mich ausmacht, und weniger neidisch bei meinen Seitenblicken auf andere. Ich arbeite zumindest daran.

Dienstag, 5. Juni 2007

Fortsetzung.

haigh-01

Danke für eure Kommentare und e-Mails zu meinem Problem mit Deep. Ich bin der Meinung der Mehrheit gefolgt und habe alles wieder aufgetrennt, und dann - in Erinnerung an meinen ursprünglichen Plan mit dem Garn, etwas ganz Neues angeschlagen. Es ist Haigh aus dem Rowan Magazine 31, ein ganz einfacher, glatt rechts gestrickter Pullover. Vorder- und Rückenteil sind fertig, ein Ärmel auf halber Höhe. Ich hatte, weil der Verbrauch dafür höher als der für das Jäckchen ist, noch einmal nachbestellt, allerdings wird es vorraussichtlich trotzdem nicht reichen, so dass ich Jannette erneut bemühen muss. Und weil es sich für einen Strang nicht wirklich lohnt, rede ich mir ein, sind dieses Mal noch zwei Stränge in Grautönen dabei. Ich konnte mich nicht zwischen Storm und Hurricane entscheiden, aber ich weiß, dass ich unbedingt wieder mit Summer Tweed stricken will. Vielleicht doch noch eine Jacke für mich, Cinnamon aus der Summer Tweed Collection ist zum Beispiel sehr hübsch, finde ich. Oder vielleicht doch Deep.

haigh-02

Summer Tweed selbst hat ja leider eine schlechte Presse bei den meisten Strickern, und nach meiner ersten Erfahrung damit konnte ich das auch nachfühlen. Das Garn ist unelastisch, störrisch, und im Griff ungewohnt trocken, fast pudrig. Ich habe dieses Mal aber andere Nadeln verwendet, die ganz einfachen grauen Metallnadeln, und habe entgegen meiner Gewohnheit versucht, sehr locker zu stricken, aber mit kleinerer Nadelstärke als angegeben. Das geht angenehm, die Maschenprobe stimmt und das Ergebnis gefällt mir. Definitiv ein Kandidat für die Kategorie Lieblingsgarn. Leider sind, abgesehen von den Modellen von Kim Hargreaves, die meisten Anleitungen für Summer Tweed stark ethno-inspiriert, vielfarbig und mit komplizierten Mustern, mehr Schlichtheit würde die Schönheit des Garns vielleicht besser betonen.

Dienstag, 22. Mai 2007

Zwangspause.

deep-03

Mir ist es schon öfter passiert, dass ich Garn für ein komplettes Projekt gekauft habe um dann - wenn ich tatsächlich angefangen habe zu stricken - bereits nach wenigen Reihen festzustellen, dass ich entweder das Garn nicht mag, zum Beispiel weil es sich schlecht verstrickt, oder dass ich mit der Anleitung nicht warm werde. Wie gesagt, wenn ich überhaupt anfange, denn alles, was länger als drei Monate unverstrickt umherliegt läuft ohnehin Gefahr, endgültig einzustauben und von neuen Ideen und Plänen verdrängt zu werden. Um den gleichen Fehler nicht immer wieder zu machen, kaufe ich deshalb hin und wieder einzelne Knäuel. Manchmal, um die Qualität zu testen, manchmal, wenn ich mir bei der Farbe unsicher bin. Das klingt vielleicht seltsam, weil ich ja meist die Farbkarten zu Hause habe. Mitunter wirkt eine Nuance aber doch anders, wenn man mehr als drei kleine Fädchen davon sieht, und meine Vorstellungskraft braucht auch ab und zu etwas Unterstützung.

Aus diesem Grund hatte ich einen einzelnen Strang Summer Tweed in meinem Vorrat. Wenn ich mich richtig erinnere, war die ursprüngliche Idee dafür ein Männerpullover, aber dann sah ich in der vergangenen Woche dieses Jäckchen fertig gestrickt bei Jeanette im Shop. Witzigerweise ist es im Heft direkt auf der gegenüberliegenden Seite vom Seahorse abgebildet und mir dort überhaupt nicht aufgefallen. Jetzt fand ich es aber hübsch, perfekt über einem Sommerkleid oder einem dünnen Top, wenn es morgens auf dem Weg zur Arbeit noch kühl ist oder die Klimaanlage im Büro ihren Dienst tut.

deep-04

Und was ist schöner, als mit einem Griff in die oberste Vorratskiste gleich das passende Garn in der Hand zu halten? Und was ist frustrierender, wenn man davon nur einen Strang hat, und dann auf Nachschub warten muss? Nun, ich lerne daraus, dass es viele Wege gibt, etwas falsch zu machen :-) Aber es ist auch gar nicht wirklich schlimm, denn Royal Mail scheint Pakete nach Deutschland zu beamen, nachdem ich am Mittwoch bei Jeannette die fehlende Menge gekauft hatte, war gestern bereits alles da. Trotzdem gibt es zunächst eine Pause, weniger aus Zwang denn mehr zum Denken, und damit komme ich nach langer Einleitung zum eigentlichen Problem:

Aus Faulheit und mangelnder Lust am Zusammennähen habe ich das Rückenteil der Jacke gemeinsam mit den beiden Vorderteilen angeschlagen, und dabei übersehen, dass sich die nachträglich angestrickte Blende nicht über die gesamte Jacke zieht, sondern lediglich über die Vorderteile. Das wiederum bedeutet, dass das Rückenteil etwas länger sein muss, was bei mir nun eben nicht der Fall ist. Ich bin einerseits froh, dass ich den Fehler bereits nach einem Strang bemerkt habe, andererseits lässt sich Summer Tweed nur mühsam aufribbeln, und ein verstrickter Strang ist bei meinem Tempo und der wenigen Zeit, die ich zum Stricken finde, auch wieder nicht so wenig.

Meint ihr, ich könnte auch die Blende alternativ ganz rundherum stricken, also auch über den Rücken, ohne dass es seltsam aussieht? Oder sollte ich doch lieber alles auftrennen und neu beginnen?

Montag, 21. Mai 2007

Seahorse.

seahorse-04

Hier ist es nun, das Seepferdchen ohne Seepferdchen. Wie angekündigt hatte ich es am Freitag der Waschmaschine übergeben, um das Maschenbild durch die Wäsche etwas zu verbessern, und tatsächlich sieht es nun gleichmäßiger aus. Vergessen hatte ich allerdings, wie lange Baumwolle trocknet. Zum Glück konnte ich gestern noch ein paar Sonnenstrahlen erwischen, um das Foto zu machen.

Dass das Top, anders als auf den Abbildungen von Rowan bei mir eher figurnah als locker sitzt, liegt hauptsächlich daran, dass ich zu fest gestrickt habe und damit ungefähr bei den Maßen der Größe M gelandet bin. Mir ist das schon während der ersten Anproben auf halber Höhe aufgefallen, aber da es nicht zu eng ist, habe ich es so gelassen.

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Die Anleitung stammt aus dem Rowan Sommerheft 39, verwendet habe ich knapp fünf Knäuel Cotton Glace in Granite für die Größe XL. Eine offensichtliche Änderung ist das Weglassen des eingestrickten Seepferdchens, ansonsten habe ich mich mit zwei kleinen Ausnahmen an die Vorgaben gehalten: das Top ist in einem Stück in Runden gestrickt und um etwa drei Zentimeter verlängert.

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Beate hat Recht, es gibt noch ein drittes Foto ;-) Mir gefällt sehr, wie die Träger angesetzt sind, und obwohl ich kein Profi im Aufnehmen von Maschen und Anstricken von Blenden bin, ist es doch recht sauber geworden. Allerdings liegt Beate auch damit leider richtig, dass man BH-Träger nur schwer darunter verstecken kann. Da ich darauf aber auch nicht verzichten kann und will, habe ich ein wenig herumprobiert und glücklicherweise einen BH gefunden, dessen Träger weit genug außen angebracht sind. Ansonsten wäre ein trägerloses Bandeau vielleicht eine Alternative.

Mittwoch, 16. Mai 2007

Summer Tweed.

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Mein Seepferdchen ist fertig, bevor ich es zeige, soll es aber noch gewaschen und gespannt werden. Maria hat es richtig vermutet, ich habe es in einem Stück in Runden gestrickt: ursprünglich aus Bequemlichkeit und in der Absicht, so das Maschenbild gleichmäßig erscheinen zu lassen - dünnes Baumwollgarn ist mitunter ja recht kaprizös. Das Ergebnis ist leider nicht so perfekt, wie ich es mir gewünscht hatte, aber eine Runde in der Waschmaschine wird hoffentlich helfen.

deep-01

Um den schönen Strickfluss nicht gleich wieder zu unterbrechen, habe ich sofort etwas Neues begonnen. Es ist ein kleines bisschen Knit from your Stash, aber wirklich nur ganz wenig, denn 6 von 7 benötigten Strängen Summer Tweed muss ich noch kaufen. Ein kleines Jäckchen mit dreiviertellangen Ärmeln soll es werden. Die Farbe ist Rush, ein schön vermuschelter Beige-Grün-Ton, und entgegen meiner Erinnerungen an freudloses Stricken mit Summer Tweed in der Vergangenheit ging es doch ganz gut. Das Garn ist etwas störrisch, kein klitzekleines bisschen elastisch und dazu rauh und uneben, aber verstrickt doch wieder sehr schön, und ich freue mich schon jetzt aufs Tragen.

Montag, 14. Mai 2007

Vintage Rowan.

cotton-glace-granit

Ein großer Teil der Garne, die in meinem Vorrat lagern, hat den Weg zu mir über eBay gefunden. Anfangs hauptsächlich über die Shops, später auch gern direkt von anderen Wollsammlern, die sich dann und wann von ihren Schätzen trennen. Vor allem in Großbritannien und den USA findet man immer wieder sehr, sehr günstige Angebote zu ausgelaufenen Qualitäten und Farben oder kleinen Mengen. So kam ich auch zu sechs Knäueln Cotton Glace von Rowan in Granite, einer Farbe so uralt, dass ich sie auch in den Listen von Wolle&Design nicht mehr finden konnte.

cotton-glace-label

Die Auktion war ein bisschen wie der Kauf der Katze im Sack: das Foto unscharf, die Beschreibung vage. Dafür das Risiko relativ gering, inklusive Porto aus England habe ich nicht mehr als zehn Euro bezahlt. Und es gab eine Überraschung - das Garn war tatsächlich noch älter, als ich dachte - dieses Rowan Label hatte ich noch nie gesehen. Mir kamen auf den ersten Blick die 50g-Knäuel auch sehr groß vor, bis ich sah, dass sie auf Schaumstoffrollen gewickelt waren. Ein wenig altmodisch, aber nicht unpraktisch. Und das Garn selbst ist genauso wie das "moderne" Cotton Glace, angenehm zu verstricken und mit einem schönen, dezenten Glanz. Auch die Farbe ist klassisch Rowan ein wenig undefinierbar, kein ganz klares Grau, sondern je nach Lichteinfall ein bisschen mehr oder weniger grünstichig.

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Und dieses Bild kündigt eine baldige Fertigstellung an: zu meinem Seahorse fehlt noch eine Armausschnittumrandung, zwei, drei Fäden müssen vernäht werden, etwas Waschen und Spannen wird sicher auch nicht schaden, und dann, endlich, endlich, kann ich wieder etwas Fertiges zeigen, das nicht in die Kategorie Socken fällt.

Freitag, 4. Mai 2007

Warme Tatzen.

Tatzensocken1

Das Wetter verlangt zur Zeit nicht nach warmen Socken, wohl aber mein kleiner Sohn, der keine Hausschuh trägt und schnell kalte Füße bekommt. Im Februar hatte er mich einmal zum Wolleinkauf begleitet und sich dabei die aufbügelbaren Stopper in Tatzenform ausgesucht, verbunden natürlich mit dem Wunsch, ich solle ihm die passenden Socken dazu stricken. Das einzige Garn, das mir zu dem klaren Rot der Stopper gefiel, war ein Rest Campari Orange von der Wollmeise, übrig geblieben von Muttertagssocken aus dem letzten Jahr, in der dickeren Stärke und damit wirklich warm.

Tatzensocken2

Gestrickt sind sie Toe-Up, in etwa der Anleitung aus der Knitty folgend, mit einer dreiteiligen Ferse und einem einfachen Rippmuster. Leos Füße erwiesen sich erneut als dankbare Modelle, die Socken passen ganz genau.

Tatzensocken3

Die Stopper aufzubügeln war etwas tricky, nach dem vierten Anlauf und der dreifachen Bügelzeit halten sie nun fest, und das Kind kann (beinah) rutschfrei über das Parkett rasen.

Dienstag, 17. April 2007

Grüne Schönheiten.

frosch-loewenzahn

Sockengarn von der Wollmeise in Frosch und Löwenzahn.

mangos

Kleine Wildmangos aus dem Bioladen.

fische

Fische, gemalt von Leo für meinen Vater.

yoki

Meine neue Lieblingsfarbe, Katzenaugengrün.

jamie

Das Garn hatte Cecie mir mitbestellt, offiziell, um Porto zu sparen, insgeheim hatte ich aber nur nach einer Gelegenheit gesucht, ihre entzückenden Fellnasen - Yoki und Jamie, berühmt und berüchtigt aus dem Katzengeflüster - wieder einmal bespielen zu dürfen :-))

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