Angefangenes

Freitag, 5. Oktober 2007

Drachenzacken.

drachenschal-02

Wie jedes Jahr im Herbst hat sich auch in diesem Jahr pünktlich der mütterliche Instinkt bei mir gemeldet, das Kind mit einem warmen Schal auszustatten. Einem selbstgestrickten, versteht sich. Und weil sowohl Anleitung wie auch Garn schon seit einem halben Jahr in meinem Vorrat schlummern, war nun die Zeit gekommen, den Drachenschal zum Leben zu erwecken.

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Gestrickt wird der Schal von der Schwanzspitze zum Kopf, mit kraus rechten Maschen für den Körper und glatten rechten für die Zacken. Die sind übrigens sehr einfach konstruiert: man nimmt in den Hinreihen jeweils vor und hinter der Mittelmasche eine Masche zu, bis die gewünschte Zackenhöhe erreicht ist, und kettet die Maschen dann mit einem Three-Needle-Bindoff wieder ab (dazu wird die Mittelmasche auf eine dritte Nadel gelegt, die anderen beiden parallel gehalten).

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Die Anleitung stammt von Morehouse Merino (die Anzeigen sind oft in der Interweave Knits zu sehen) und kann zusammen mit dem Garn gekauft werden. Dem dafür verwendeten Merino 3-Strand sieht man die drei Fäden nicht an, es ist ein fast filzartiges Dochtgarn, angenehm weich und leicht zu verstricken. Und in einer wirklich beeindruckenden Auswahl von Farben erhältlich. Wobei für den Drachen für mich natürlich nur Drachengrün in Frage kam.

Dienstag, 18. September 2007

Supersize me!

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Erwischt hat es nicht mich selbst - zum Glück, sondern meine Stricknadeln. Nachdem ich in den letzten Monaten hauptsächlich Nadelstärke 3mm in der Hand hielt, hatte ich plötzlich Lust, wieder etwas mit dickeren Nadeln zu stricken.

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Und zwar mit richtig dicken. Ich weiß, für das Foto hätte ich besser etwas in Standardgröße, ein Eurostück vielleicht, zum Vergleich daneben legen sollen. Das fiel mir aber erst hinterher auf, und so müsst ihr mir einfach glauben, dass die Birne keine Miniatur ist. Die Nadeln selbst sind übrigens 12mm im Durchmesser. Das liegt irgendwo zwischen Kochlöffeln und Besenstielen und strickt sich, naja, so wie man sich das vielleicht vorstellen kann, nicht besonders angenehm.

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Gemerkt habe ich das allerdings erst, nachdem ich bereits zwei Kilogramm Wolle und noch ein Nadelspiel in gleicher Stärke gekauft hatte, für Ylja, einen Mantel aus einem älteren Lopi-Buch. Das Garn wird dafür doppelt genommen und kommt bei der Maschenprobe auf 8 Maschen und 11 Reihen je 10 Zentimeter. Man könnte also sehr, sehr schnell vorankommen. Konjunktiv. Denn tatsächlich zerrt man jede Masche einzeln über die Nadeln, was nicht nur langsam, sondern auch anstrengend ist. Nach den ersten zwanzig Zentimetern habe ich alles in eine Kiste geworfen und dort für gut zwei Jahre liegen lassen.

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Meinem plötzlichem Wunsch nach dickem Garn und dicken Nadeln kam das aber entgegen, und obwohl es nicht der allergrößte Spaß ist, geht es doch vorwärts und ich bin mit dem zweiten Ärmel, hier auf dem Bild noch im Anfangsstadium zu sehen, fast fertig. Meine Mutter bemerkte übrigens, es würde aussehen, als stricke ich mit Kugelschreibern. Das müssten dann allerdings welche im XXL-Format sein. Aber was solls: mir fehlt nur noch der Teil, an dem die Ärmel mit dem Vorder- und Rückenteil zusammengefügt werden (und dann knapp zwei Kilo Wolle an den Nadeln zerren, oh je) - und dann hätte ich tatsächlich zum Beginn der kühleren Jahreszeit bereits etwas Warmes gestrickt!

Freitag, 10. August 2007

Technikkram.

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Ich habe immer noch nicht mit Smoulder angefangen. Ehrlich gesagt, ich habe ein wenig Angst davor - ich möchte, dass das Jäckchen so perfekt wie möglich wird und daher zerbreche ich mir seit einigen Tagen den Kopf der kleinen, dennoch wichtigen Details wegen. Da wäre zum einen die Raglanschräge: da ich mir nicht zutraue, die vielen Streifen exakt passend zusammenzunähen (und außerdem das Fädenvernähen fürchte), möchte ich Smoulder in einem Stück stricken. Bei Jenny habe ich, als ich die Ärmel dazugenommen habe, die Abnahmen zur Naht gerichtet gestrickt, mit einer Masche in der Mitte - zu sehen auf dem Detailbild von gestern. Das sieht ok aus, aber auch nicht gerade unauffällig. Auf dem glatt rechts gestrickten Smoulder würde diese Variante vielleicht zu sehr hervorstechen, denke ich. Auf dem kleinen Teststück oben habe ich die Mittelmasche weggelassen, auf dem unteren die Abnahmen zum Rand gerichtet gestrickt. Leider sieht man bei beiden deutlich, dass ich ein Problem mit den nach links gerichteten Abnahmen habe, sie treten immer deutlicher hervor als die rechten. Gibt es da einen Trick, wie man das vermeiden kann? Und was meint ihr, welche Variante besser aussieht, die obere oder die untere? Oder hat jemand vielleicht eine ganz andere Idee?

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Das nächste, etwas kleinere beziehungsweise schon fast gelöste Problem ist der Rand. Die Anleitung sieht vor, eine Umschlagskante zu arbeiten, wobei die Kante an sich durch eine Hebemasche markiert wird. Ich hab dazu im großen Strickbuch nachgelesen und die Variante von Katharina Buss ausprobiert: sie strickt vor dem Beginn der Blende eine linke Masche, dann die Blendenbreite, die Hebemasche und dann die Blendenbreite plus eine Randmasche.

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Der Effekt zeigt sich beim Zusammennähen: die linke Masche, auf der Rückseite rechts erscheinend, und die zweite Masche der Blende werden zusammengefügt - das geht supereinfach selbst für Nähverweigerer wie mich. Auf der Vorderseite fällt die linke Masche praktisch kaum auf, ich hab das Teststückchen fürs Foto nur ein bisschen gespannt, damit man es erkennen kann. Was allerdings auffällt und mich wieder etwas stört, ist die lockere Hebemasche und die ebenfalls etwas lockere Masche davor. Weiß jemand, wie man das optimieren kann?

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Ein dritter Punkt ist das Ansetzen neuer Fäden beim Wechsel der Farben. Im Techknitting Blog gab es neulich eine Gegenüberstellung verschiedener Möglichkeiten, Fäden gleich beim Stricken miteinzuarbeiten. Ich habe den Back Join ausprobiert und fand das sehr einfach und schnell. Andererseits: da durch die umgeschlagene Blende genau diese Stelle im Inneren der Jacke liegt, könnte man da die Fäden nicht einfach fest verknoten und in der Blende verstecken? Oder sollte man sie trotzdem vernähen?

Fragen über Fragen. Trotzdem: morgen, auf der Fahrt in den Urlaub, möchte ich schon an Smoulder stricken!

Freitag, 3. August 2007

Smouldering.

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Manchmal sind Modellnamen äußerst passend: Smoulder, das schwelende Feuer, hat sich ganz leise glimmend ausgebreitet und lodert nun auch bei mir. Die Brandstifterin ist geschickt vorgegangen, hat mir zunächst nur Farbkarten gezeigt und mit mir beraten, welchen Ton des Originals man eventuell ersetzten könnte, mich auf der Suche nach dem so schwer erhältlichen Fandango mitfiebern lassen und mir dann, in gesteigerten Dosen, erst die hübschen kleinen Knäuel Cotton Glace und dann die schnell wachsenden Teile von Smoulder gezeigt. Widerstand war also zwecklos.

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Das einzige, was mich zögern ließ, war das doch beschwerliche Zusammensuchen aller benötigten Farben - fünf von acht sind discontinued. Aber das Schicksal gab mir einen Wink und meine Suche bei eBay führte mich direkt zu einer Auktion, in der das komplette Garnpaket angeboten wurde. Es folgten ein paar nervöse Tage, bis ich tatsächlich den Zuschlag erhielt, und zwei nervöse Wochen, in denen ich auf die Lieferung warten musste. Aber seit gestern ist alles hier, ich bin superglücklich darüber und freue mich sehr aufs Stricken. Allerdings werde ich wohl noch ein paar Tage warten, da ich Jenny beenden möchte, bevor ich am nächsten Wochenende in den Urlaub fahre. Dafür ist die Frage beantwortet, was ich während meines Urlaubs stricken werde. Ein paar verregnete Nachmittage werden meiner Stimmung dann sicher nicht abträglich sein ;-)

Dienstag, 5. Juni 2007

Fortsetzung.

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Danke für eure Kommentare und e-Mails zu meinem Problem mit Deep. Ich bin der Meinung der Mehrheit gefolgt und habe alles wieder aufgetrennt, und dann - in Erinnerung an meinen ursprünglichen Plan mit dem Garn, etwas ganz Neues angeschlagen. Es ist Haigh aus dem Rowan Magazine 31, ein ganz einfacher, glatt rechts gestrickter Pullover. Vorder- und Rückenteil sind fertig, ein Ärmel auf halber Höhe. Ich hatte, weil der Verbrauch dafür höher als der für das Jäckchen ist, noch einmal nachbestellt, allerdings wird es vorraussichtlich trotzdem nicht reichen, so dass ich Jannette erneut bemühen muss. Und weil es sich für einen Strang nicht wirklich lohnt, rede ich mir ein, sind dieses Mal noch zwei Stränge in Grautönen dabei. Ich konnte mich nicht zwischen Storm und Hurricane entscheiden, aber ich weiß, dass ich unbedingt wieder mit Summer Tweed stricken will. Vielleicht doch noch eine Jacke für mich, Cinnamon aus der Summer Tweed Collection ist zum Beispiel sehr hübsch, finde ich. Oder vielleicht doch Deep.

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Summer Tweed selbst hat ja leider eine schlechte Presse bei den meisten Strickern, und nach meiner ersten Erfahrung damit konnte ich das auch nachfühlen. Das Garn ist unelastisch, störrisch, und im Griff ungewohnt trocken, fast pudrig. Ich habe dieses Mal aber andere Nadeln verwendet, die ganz einfachen grauen Metallnadeln, und habe entgegen meiner Gewohnheit versucht, sehr locker zu stricken, aber mit kleinerer Nadelstärke als angegeben. Das geht angenehm, die Maschenprobe stimmt und das Ergebnis gefällt mir. Definitiv ein Kandidat für die Kategorie Lieblingsgarn. Leider sind, abgesehen von den Modellen von Kim Hargreaves, die meisten Anleitungen für Summer Tweed stark ethno-inspiriert, vielfarbig und mit komplizierten Mustern, mehr Schlichtheit würde die Schönheit des Garns vielleicht besser betonen.

Dienstag, 22. Mai 2007

Zwangspause.

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Mir ist es schon öfter passiert, dass ich Garn für ein komplettes Projekt gekauft habe um dann - wenn ich tatsächlich angefangen habe zu stricken - bereits nach wenigen Reihen festzustellen, dass ich entweder das Garn nicht mag, zum Beispiel weil es sich schlecht verstrickt, oder dass ich mit der Anleitung nicht warm werde. Wie gesagt, wenn ich überhaupt anfange, denn alles, was länger als drei Monate unverstrickt umherliegt läuft ohnehin Gefahr, endgültig einzustauben und von neuen Ideen und Plänen verdrängt zu werden. Um den gleichen Fehler nicht immer wieder zu machen, kaufe ich deshalb hin und wieder einzelne Knäuel. Manchmal, um die Qualität zu testen, manchmal, wenn ich mir bei der Farbe unsicher bin. Das klingt vielleicht seltsam, weil ich ja meist die Farbkarten zu Hause habe. Mitunter wirkt eine Nuance aber doch anders, wenn man mehr als drei kleine Fädchen davon sieht, und meine Vorstellungskraft braucht auch ab und zu etwas Unterstützung.

Aus diesem Grund hatte ich einen einzelnen Strang Summer Tweed in meinem Vorrat. Wenn ich mich richtig erinnere, war die ursprüngliche Idee dafür ein Männerpullover, aber dann sah ich in der vergangenen Woche dieses Jäckchen fertig gestrickt bei Jeanette im Shop. Witzigerweise ist es im Heft direkt auf der gegenüberliegenden Seite vom Seahorse abgebildet und mir dort überhaupt nicht aufgefallen. Jetzt fand ich es aber hübsch, perfekt über einem Sommerkleid oder einem dünnen Top, wenn es morgens auf dem Weg zur Arbeit noch kühl ist oder die Klimaanlage im Büro ihren Dienst tut.

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Und was ist schöner, als mit einem Griff in die oberste Vorratskiste gleich das passende Garn in der Hand zu halten? Und was ist frustrierender, wenn man davon nur einen Strang hat, und dann auf Nachschub warten muss? Nun, ich lerne daraus, dass es viele Wege gibt, etwas falsch zu machen :-) Aber es ist auch gar nicht wirklich schlimm, denn Royal Mail scheint Pakete nach Deutschland zu beamen, nachdem ich am Mittwoch bei Jeannette die fehlende Menge gekauft hatte, war gestern bereits alles da. Trotzdem gibt es zunächst eine Pause, weniger aus Zwang denn mehr zum Denken, und damit komme ich nach langer Einleitung zum eigentlichen Problem:

Aus Faulheit und mangelnder Lust am Zusammennähen habe ich das Rückenteil der Jacke gemeinsam mit den beiden Vorderteilen angeschlagen, und dabei übersehen, dass sich die nachträglich angestrickte Blende nicht über die gesamte Jacke zieht, sondern lediglich über die Vorderteile. Das wiederum bedeutet, dass das Rückenteil etwas länger sein muss, was bei mir nun eben nicht der Fall ist. Ich bin einerseits froh, dass ich den Fehler bereits nach einem Strang bemerkt habe, andererseits lässt sich Summer Tweed nur mühsam aufribbeln, und ein verstrickter Strang ist bei meinem Tempo und der wenigen Zeit, die ich zum Stricken finde, auch wieder nicht so wenig.

Meint ihr, ich könnte auch die Blende alternativ ganz rundherum stricken, also auch über den Rücken, ohne dass es seltsam aussieht? Oder sollte ich doch lieber alles auftrennen und neu beginnen?

Mittwoch, 16. Mai 2007

Summer Tweed.

deep-02

Mein Seepferdchen ist fertig, bevor ich es zeige, soll es aber noch gewaschen und gespannt werden. Maria hat es richtig vermutet, ich habe es in einem Stück in Runden gestrickt: ursprünglich aus Bequemlichkeit und in der Absicht, so das Maschenbild gleichmäßig erscheinen zu lassen - dünnes Baumwollgarn ist mitunter ja recht kaprizös. Das Ergebnis ist leider nicht so perfekt, wie ich es mir gewünscht hatte, aber eine Runde in der Waschmaschine wird hoffentlich helfen.

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Um den schönen Strickfluss nicht gleich wieder zu unterbrechen, habe ich sofort etwas Neues begonnen. Es ist ein kleines bisschen Knit from your Stash, aber wirklich nur ganz wenig, denn 6 von 7 benötigten Strängen Summer Tweed muss ich noch kaufen. Ein kleines Jäckchen mit dreiviertellangen Ärmeln soll es werden. Die Farbe ist Rush, ein schön vermuschelter Beige-Grün-Ton, und entgegen meiner Erinnerungen an freudloses Stricken mit Summer Tweed in der Vergangenheit ging es doch ganz gut. Das Garn ist etwas störrisch, kein klitzekleines bisschen elastisch und dazu rauh und uneben, aber verstrickt doch wieder sehr schön, und ich freue mich schon jetzt aufs Tragen.

Mittwoch, 4. April 2007

Etwas "Richtiges".

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Manchmal geht es schneller, als man denkt. Hatte ich gestern noch geklagt, dass ich nur noch zum monotonen Sockenstricken komme, kann ich heute schon einen kleinen Neuanfang zeigen. Es wird nichts wirklich Großes, und ein bisschen bin ich dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Als ich in der vergangenen Woche überlegt habe, was ich zum Stricken mit in den ICE nehmen kann - neben der obligatorischen Socke, fiel mir ein Sommertop aus dem neuen Debbie Bliss Buch ein, für das eine kleine Menge bei eBay ersteigertes Rowan Cotton Glace perfekt passen würde. Die Maschen habe ich noch zu Hause angeschlagen, Rücken- und Vorderteil zusammen, weil ich schon so ans Rundstricken gewöhnt bin.

Ich hatte schon einige Zentimeter geschafft (ja, Zentimeter, bei 240 Maschen und Nadelstärke 3 gilt das bei mir als beachtliche Leistung ;-)), als mir einfiel, dass das Vorderteil doch etwas weiter geschnitten war ... es konnte doch nicht die gleiche Maschenzahl wie beim Rückenteil sein. Wieder zu Hause angekommen hat der erste Blick in die Anleitung gezeigt, dass es auch nicht die gleiche Maschenzahl war, sondern 12 Maschen mehr. Hmmm. Bevor ich neu angefangen habe, kam ich auf noch auf die Idee, nachzuschauen, wieviel Cotton Glace in dieser Farbe ich eigentlich genau habe. Und wieviel ich für das Top brauchen würde. Und tatsächlich waren es nur sechs Knäuel und damit eines zu wenig.

Weil es sich aber so gut verstrickt hat und die Farbe so schön ist (grau!) und ich also unbedingt etwas daraus machen wollte, habe ich meine Sammlung von Rowan Sommerheften nach passenden Anleitungen durchsucht. Und bin dann, ganz am Schluss, auf dieses Modell gestoßen. Ich finde den Schnitt sehr schön, und mir gefällt theoretisch sogar das Seepferdchen, obwohl es bei mir trotzdem nur die einfarbige Variante sein wird. Und als ich dann gestern mein aktuelles Sockenprojekt im Büro liegen gelassen hatte und abends gern stricken wollte, hatte ich auch einen guten Grund, gleich damit anzufangen. Zum Sommer wird es hoffentlich fertig :-)

Mittwoch, 28. März 2007

Magie.

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Ich stricke immer noch Socken. Fragt mich nicht warum, genau erklären kann ich es selbst nicht. Vielleicht, weil es so schön schnell geht (verhältnismäßig, versteht sich, drei Paar Socken in einer Woche darf natürlich keiner von mir erwarten). Vielleicht, weil ich ich so ein kleines Projekt leicht mit mir herumtragen kann. Und weil es nicht so schnell langweilig wird, wenn man immer wieder neue Garne und Techniken probieren kann.

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Was mich von Anfang an interessiert hat, waren Toe-Up Socken. Ich hatte es im vergangenen Jahr ein paar Mal nach der Anleitung von Wendy versucht, und mir daran regelmäßig die Zähne ausgebissen. Ich fand den Anschlag mit der Luftmaschenkette für die Spitze umständlich, und überhaupt stricke ich nicht so furchtbar gern verkürzte Reihen. Besonders an der Ferse waren dann immer eins, zwei kleine Löcher, die ich einfach nicht vermeiden konnte. Die Idee an sich fand ich aber immer noch klasse, vor allem, weil ich eine ziemlich Niete bin, wenn es darum geht, einzuschätzen, wie weit man mit einem kleinen Rest Garn kommt. Eine Socke aus einem Miniknäuel zu stricken, würde ich mich auf dem klassischen Weg also nicht trauen.

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In der vorletzten Woche war ich jedoch zu Besuch bei einer guten Fee, die mir das Geheimnis des Magic Cast-on verraten hat. Um ehrlich zu sein, ich wusste bis dahin noch nicht einmal, was genau das ist, geschweige denn, dass man damit praktisch mit einem Fingerschnippen eine normale Bandspitze verkehrt herum stricken kann (ok, ganz von allein geht es natürlich nicht, aber es ist wirklich nicht schwer!).

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Für die Socke auf den Bildern habe ich auf jeder Nadel 10 Maschen angeschlagen, und dann in jeder zweiten Reihe vier Maschen zugenommen, bis ich insgesamt 48 hatte. Nach den ersten beiden Runden sieht es noch ein bisschen aus, als würde man Mikado spielen, aber spätestens ab Runde vier ist man im ganz normalen Rhythmus. Und weil Silke gerade dabei war, hat sie mir auch gleich noch gezeigt, wie man links und rechts gerichtete Zunahmen strickt. Das wusste ich nämlich auch nicht - kaum zu glauben eigentlich, denn es macht wirklich einen Unterschied, und bei Abnahmen achte ich ja auch darauf, dass sie symetrisch sind.

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Faszinierend finde ich, dass man im Prinzip jede Form von Sockenspitzen auf diesem Weg stricken kann, wobei es natürlich am besten für die Varianten funktioniert, für die man ansonsten Maschen im Kitchener Stitch zusammennäht. Für die Ferse habe ich eine Anleitung aus der Knitty verwendet, die klassisch dreiteilig, aber eben von unten nach oben gestrickt wird. Das ging ebenfalls ganz einfach, Fotos zeige ich, wenn beide Socken fertig sind und Leo sie anprobiert hat.

Eine sehr gute Anleitung zum Magic Cast-on gibt es ebenfalls bei Knitty, für alle, die nicht wie ich auf die Fee zurückgreifen können ;-)

Das Garn auf den Bildern ist - natürlich - ein Rest, übrig geblieben von diesen Socken aus etwas dickerem Wollmeisengarn in Campari Orange.

Montag, 13. November 2006

Federlos.

pfau

Ich habe eine schlechte Angewohnheit: beim Arbeiten am Schreibtisch stütze ich oft den linken Ellenbogen auf, und zwar nicht nur hin und wieder, sondern oft und lange und das auch schon seit Jahren. Irgendwann ist mir der ganze Arm eingeschlafen, und nicht mehr richtig "wach" geworden, so dass ich hektisch zum Betriebsarzt gelaufen bin. Von da aus ging es gleich weiter zum Orthopäden, der mir einige Tage Schonung verordnete und mich zum Neurologen weiterschickte. Der wiederum stellte fest, dass die Nerven noch intakt sind - ich war also beruhigt, habe eine Zeit lang aufgepasst, und bin dann doch wieder in die alte Gewohnheit verfallen. Die "Nebenwirkungen" habe ich irgendwie hingenommen, im Flugzeug kann ich den Arm nicht mehr auf die Lehne legen, und der kleine Finger und der Ringfinger sind sehr kälteempfindlich - damit kann man leben. In letzter Zeit ist es aber unangenehmer geworden, und was mich nun beginnt deutlich zu stören, ist dass ich nicht mehr mühelos stricken kann. Ein paar Reihen abends sind ok, danach schmerzen Unterarm und Handgelenk. Also lasse ich es oft ganz und nutze die Zeit für andere Dinge. Gestern nachmittag war ich mit Leo im Tierpark. Eines der ersten Tiere, die wir sahen, war der Pfau oben, der uns über den Weg lief. Im fehlten die langen Schwanzfedern, aber sein Brustfederkleid leuchtete in allerschönstem Pfauenblau, und seine Haltung war majestätisch, als wüsste er nichts von der fehlenden Pracht.

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Viel zu zeigen habe ich im Moment natürlich nicht. Trotzdem gibt es einen Ausschnitt aus meinem aktuellen Hauptprojekt - Anna und Steph werden es vielleicht erkennen. Es ist Kathy, ein langer Cardigan von Kim Hargreaves aus der Cork Collection. Das Garn lag schon so lang in meinem Vorrat, und das Modell gefiel mir ebenso lange, aber irgendetwas kam immer dazwischen und anfangs wollte ich mich auch an die Zöpfe nicht so richtig heranwagen. Wieder einmal ein Vorurteil, denn sie sind denkbar einfach zu stricken, und mit ein bisschen Glück kann ich mich hoffentlich noch in diesem Winter in die Jacke einkuscheln. Sehr angetan bin ich erneut von Cork - schade, dass Rowan das Garn aus dem Programm genommen hat - es verstrickt sich schön, und es ist wunderbar leicht.

click clack

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