Dienstag, 21. November 2006

Living in a Box.

burg

Ganz herzlichen Dank für Eure Geburtstagswünsche an Leo, das war sehr lieb von euch und ich habe mich sehr gefreut!

Die Menge der Geschenke hat in der vergangenen Woche dazu geführt, dass ich fast ununterbrochen im Kinderzimmer saß, neue Bücher vorlas, gemeinsam mit Leo neue Spiele spielte, puzzelte, bastelte und vor allem baute. Gerade bei den kleinteiligen LEGO Sets braucht er noch Hilfe, und so entstanden in Koproduktion ein Fußballstadion, eine Feuerwehr und natürlich, etwas einfacher, weil größer, die Ritterburg. Beim Hersteller heißt sie "große Ritterburg", was ein netter Marketingtrick ist, denn es gibt noch eine weitere, deutlich größere, und so würde man sie eigentlich als kleine Burg bezeichnen. Aber welches Kind möchte die kleine Version, wenn es auch eine große gibt? Und damit das nicht so auffällt, ist die Burg in einem Karton von wahrhaft riesigem Ausmaß verpackt. Beim Auspacken und Aufbauen war aber schnell klar, dass die tatsächlichen Maße deutlich geringer waren, und so mussten keine neuen Schränke gekauft werden - eine einzige Box war ausreichend:

burg_box

Ich habe eine recht ausgeprägte Vorliebe dafür, Dinge zunächst in Kisten unterzubringen und erst dann in Schränken zu verstauen. Meist nehme ich einfache weiße Kartons oder Plastikboxen, was sehr ordentlich aussieht, aber auch zu längerem Suchen führen kann. Um Leo genau das zu ersparen, haben wir transparente Kunststoffboxen gewählt, so dass auf den ersten Blick sichtbar ist, was sich darin befindet. So weit gehen und behaupten, dass das Aufräumen damit mehr Spaß machen würde, werde ich nicht - leider!, aber zwei Handvoll Legosteine in eine Box zu werfen überfordert auch kleinere Kinder sicher nicht.

wolle_box

Und weil ich mit gutem Vorbild vorangehen möchte, habe ich gleich drei weitere Kisten gekauft und einen Teil meines Wollvorrats, die Lieblingsstücke, darin verstaut. Wirklich nur einen Teil, wie ich mit klammen Entsetzen feststellen musste. Noch bei IKEA hatte ich überlegt, dass ich darin sicher locker die Hälfte oder gar mehr unterbringen könnte - eine Fehleinschätzung, wie sich schnell herausstellte. Irgendwo habe ich neulich ein Foto einer Hand gesehen, die wie bei einem Ertrinkendem aus einem Meer aus Wollknäueln ragte. Genauso fühle ich mich auch. Vor allem sind beim Sortieren wieder Dinge zum Vorschein gekommen, die ich längst vergessen hatte oder, noch schlimmer, bei denen ich mich fragen musste, warum um alles in der Welt ich sie jemals gekauft habe. Wenn ich an den nächsten Wochenenden Zeit finde und gutes Licht zum fotografieren, werde ich wohl einmal gründlich aussortieren und die in Ungnade gefallenen Knäuel bei eBay einstellen, sozusagen als Blitzwolldiät :-)

Donnerstag, 16. November 2006

Meet the Tweed - click clack Edition.

DB-Donegal-Tweed

Ich hoffe, Sabine schüttet mir demnächst kein Gift in den Cocktail oder stellt sonst irgendetwas Schlimmes mit mir an, nachdem ich erst das identische Viktor& Rolf Outfit bei H&M gekauft habe und nun auch noch ihre Blog-Headlines klaue. Liebe Sabine - nimm es bitte als Kompliment, man kopiert ja schließlich nur das, was man bewundert!

Kilrean

Aber zum Tweed: diesmal nicht die feine Rowan-Variante, sondern das neue Garn von Debbie Bliss. Wer das alte kennt - Aran Tweed - wird sich denken können, warum es ersetzt wurde. Es war entsetzlich hart, steif und kratzig, keine Freude zu verstricken und tragbar sicher nicht in der Nähe bloßer Haut. Der neue Tweed - Donegal in Chunky und Aran Stärke, ist definitiv weicher. Er wird in einer traditionellen, auf Tweeds spezialisierten irischen Manufaktur (sagt man das so?) hergestellt, und das allein hat mich dazu gebracht, den oben zu sehenden Strang zu kaufen, bevor ich die Farbkarten in der Hand hatte. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Denn die Farbe ist nicht so golden und oliv schimmernd, wie online zu sehen, sondern sehr gerade heraus froschfarben. Das muss nicht schlecht sein, aber bei Tweed mag ich die feinen Nuancen lieber, so wie man sie vom Yorkshire Tweed kennt, wo die Farben oft leicht verwaschen wirken und man mitunter nicht sagen kann, ob es sich nun um grün, grau oder braun handelt.

Millford

Das dazugehörende Heft hatte ich schon vor einer Weile bei Jannette gekauft. Es gehört zu der Sorte Bücher, die man nicht haben muss, die aber hübsch anzusehen sind. Die Modelle sind zum Teil schon aus älteren DB Heften bekannt, und wirklich nachstricken werde ich vermutlich nichts. Was mir dennoch gut gefällt, ist Kilrean, eine Wickeljacke in Chunky, und Millford, ein Cardigan mit allover Zopfmuster in Aran, dabei würde ich auch - Überraschung - das Grau beibehalten. Bei der Wickeljacke könnte ich mich nicht entscheiden, keine der Farben spricht mich direkt an. Allerdings befindet sich mittlerweile eine beträchtliche Menge Yorkshire Tweed in meinem Vorrat, so dass ich vielleicht daraus wählen könnte. Zunächst habe ich mir aber vorgenommen, nur an einem Hauptprojekt zu stricken, und das ist momentan Kathy, die ich lieber heute als morgen anziehen würde.

Mittwoch, 15. November 2006

Geburtstagskind.

DSC04432

Der gestrige Tag wurde in diesem Hause mit großer Spannung erwartet. Innerhalb der letzten drei Wochen wusste Leo zu jeder Zeit, wie oft er noch schlafen muss, bis er endlich Geburtstag hat, und er hatte sehr konkrete Vorstellungen davon, wie der Tag verbracht werden sollte und welche Geschenke er gern hätte. Genau genommen handelte es sich nur um ein Geschenk - die Ritterburg von LEGO war sozusagen talk of the town seit mindestens einem Vierteljahr. Bekommen hat er aber soviel, dass meine Überlegungen nunmehr darum kreisen, wie ich die Massen an Spielzeug am geschicktesten verstauen kann. Die Lösung liegt vermutlich in einem Besuch bei IKEA und dem Erwerb neuer Schränke :-)

DSC04435

Große Erwartungen bergen ja auch immer die Gefahr von Enttäuschungen in sich, aber der ganze Tag war wunderbar, und das Kind glücklich. Und ich staune wie alle Mamas und Papas, wie schnell die Zeit vergeht und wie aus dem winzigen Baby, das man mir vor fünf Jahren in den Arm gelegt hat, so schnell ein so großer Junge geworden ist, mit einem ganz eigenen Charakter, fremd und vertraut zugleich, und dem immer meine ganze Liebe gehören wird.

150102

Montag, 13. November 2006

Federlos.

pfau

Ich habe eine schlechte Angewohnheit: beim Arbeiten am Schreibtisch stütze ich oft den linken Ellenbogen auf, und zwar nicht nur hin und wieder, sondern oft und lange und das auch schon seit Jahren. Irgendwann ist mir der ganze Arm eingeschlafen, und nicht mehr richtig "wach" geworden, so dass ich hektisch zum Betriebsarzt gelaufen bin. Von da aus ging es gleich weiter zum Orthopäden, der mir einige Tage Schonung verordnete und mich zum Neurologen weiterschickte. Der wiederum stellte fest, dass die Nerven noch intakt sind - ich war also beruhigt, habe eine Zeit lang aufgepasst, und bin dann doch wieder in die alte Gewohnheit verfallen. Die "Nebenwirkungen" habe ich irgendwie hingenommen, im Flugzeug kann ich den Arm nicht mehr auf die Lehne legen, und der kleine Finger und der Ringfinger sind sehr kälteempfindlich - damit kann man leben. In letzter Zeit ist es aber unangenehmer geworden, und was mich nun beginnt deutlich zu stören, ist dass ich nicht mehr mühelos stricken kann. Ein paar Reihen abends sind ok, danach schmerzen Unterarm und Handgelenk. Also lasse ich es oft ganz und nutze die Zeit für andere Dinge. Gestern nachmittag war ich mit Leo im Tierpark. Eines der ersten Tiere, die wir sahen, war der Pfau oben, der uns über den Weg lief. Im fehlten die langen Schwanzfedern, aber sein Brustfederkleid leuchtete in allerschönstem Pfauenblau, und seine Haltung war majestätisch, als wüsste er nichts von der fehlenden Pracht.

kathy01

Viel zu zeigen habe ich im Moment natürlich nicht. Trotzdem gibt es einen Ausschnitt aus meinem aktuellen Hauptprojekt - Anna und Steph werden es vielleicht erkennen. Es ist Kathy, ein langer Cardigan von Kim Hargreaves aus der Cork Collection. Das Garn lag schon so lang in meinem Vorrat, und das Modell gefiel mir ebenso lange, aber irgendetwas kam immer dazwischen und anfangs wollte ich mich auch an die Zöpfe nicht so richtig heranwagen. Wieder einmal ein Vorurteil, denn sie sind denkbar einfach zu stricken, und mit ein bisschen Glück kann ich mich hoffentlich noch in diesem Winter in die Jacke einkuscheln. Sehr angetan bin ich erneut von Cork - schade, dass Rowan das Garn aus dem Programm genommen hat - es verstrickt sich schön, und es ist wunderbar leicht.

Dienstag, 7. November 2006

Federn.

federmuster1

Einige von euch hatten nach dem Muster gefragt, das ich für den grünen Merinoschal verwende. Angelehnt ist es an eine Anleitung aus dem RYC Heft "Classic Summer", ansonsten ist es wohl auch als Federmuster bekannt. Es wird nur über zwei Reihen gestrickt und ist, auch wenn ich vor kurzer Zeit noch etwas anderes behauptet habe, recht eingängig und leicht zu stricken. Für diejenigen, die es nachstricken möchten, habe ich meine Version aufgeschrieben - die Abkürzungen sind in englisch, da ich selbst immer nur nach englischen Anleitungen stricke - wenn irgendetwas unklar ist, fragt gern nach:

federmuster2

Anzahl der Maschen = 12 + Vielfaches von 9 (so oft werden dann die Wiederholungen in den Klammern gestrickt)

Reihe 1: k1, k2tog, k3, yo, (k3, k3tog, k3, yo) x times, k3, k2tog, k1.
Reihe 2: k1, p4, yo, (p8, yo) x times, p5, k1


Damit die Federrippen symetrisch sind, habe ich das erste k2tog nach rechts gerichtet gestrickt, das letzte nach links, also eine Masche abgehoben, die zweite gestrickt und die erste über die zweite gezogen (= sl1, k1, psso). Die drei in der Mitte jeder Federrippe zusammengestrickten Maschen sind mit oben aufliegender Mittelmasche gestrickt, d.h. zwei Maschen werden zusammen abgehoben, die dritte wird gestrickt und die beiden ersten werden über die dritte gezogen (= sl2, k1, psso).

Wenn man einen Schal oder eine Stola stricken möchte, kann man zwei identische Hälften stricken und diese dann im Maschenstich zusammenfassen, damit beide Enden gleich aussehen. Ansonsten entsteht beim Abketten ein glatter Rand.

Dienstag, 31. Oktober 2006

Happy Halloween!

051031-Halloween

Montag, 30. Oktober 2006

Rechtzeitig.

Campbell5

Eigentlich wollte ich das Bild der fertigen Jacke schon im Sommer zeigen, als wir noch über 30° hatten, und "Antisaisonal" als Titel darüber schreiben. Doch dann ging mir kurz vor der Fertigstellung die Wolle aus, beziehungsweise dachte ich das, bis die Nachlieferung eintraf und ich den Rest in einer meiner Wollkisten fand. Unterbrechungen sind bei mir immer eine kritische Sache, ich kann mich danach oft nur schwer motivieren, wieder weiterzumachen. Und so hing die fast fertige Jacke unverändert an der Kleiderpuppe, genau wie ich sie im Juli fotografiert hatte. Am Wochenende endlich war mein schlechtes Gewissen so groß, dass ich aller momentaren Trägheit zum Trotz das Anleitungsheft und ein neues Knäuel aus dem Schrank holte und die Blende zu Ende gestrickt habe. Erstaunlich, wie man manchmal Dinge wochen- und monatelang vor sich herschiebt, die sich dann doch ganz leicht erledigen lassen. In einem Abend war ich fertig, nur beim Bindeband war ich faul und habe es nicht so lang gestrickt, dass man es einmal ganz herumwickeln kann.

Gestern hatte ich die Jacke schon an - das war nämlich der Grund, dass ich mich plötzlich so beeilt habe: ich wollte sie unbedingt zu unserem Sonntagsausflug mitnehmen. Sie trägt sich sehr schön und hält wunderbar warm, und kam damit gerade noch rechtzeitig, bevor aus dem sonnigen Herbst ein eisiger Winter wird. Über das Material, Soft Tweed von Rowan Classic, kann ich nur Gutes sagen, er verstrickt sich gleichmäßig und schnell, der Verbrauch ist vergleichsweise gering und die fertige Jacke damit sehr leicht. Einziges Minus: das Garn ist voluminös, und man sieht bereits am Model im Buch dass die Jacke kein Schlankmacher ist, aber das ist ok.

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Italienisch für Anfänger.

italienischerrand

il filo - der Faden
l'ago - die Nadel
la pazienza - die Geduld

Erst einmal vielen lieben Dank für eure Kommentare. Ich denke, ich muss in nächster Zeit ganz viele Socken stricken, damit ich das alles einmal ausprobieren kann :-) Bei der bereits begonnenen Socke habe ich mich dafür entschieden, dem italienischen Rand eine zweite Chance zu geben, dieses Mal bei Tageslicht und in aller Ruhe. Zusätzlich, um ganz sicher zu gehen, und sozusagen mit der Kanonenkugel auf den Spatz geschossen, habe ich in der letzten Reihe vor dem Bund noch sechs Maschen aufgenommen. Und dann alles noch einmal wie gestern, nur sehr viel lockerer. Und tatsächlich ist es dieses Mal viel elastischer geworden, und es sieht sowohl angezogen als auch flach liegend gut aus. Und nebenbei bemerkt, wenn Angela das so macht, kann es gar nicht falsch sein. Ich verneige mich hiermit virtuell vor der Königin der Stricktechnik!

Schuld an dem gestrigen Desaster ist aber auch noch ein weiterer Umstand. Nun, wo die Socke fertig ist, zu spät also, fiel mir auf, dass sie insgesamt schmaler ist als ein anderes Paar, das ich ebenfalls mit 60 Maschen und gleicher Garnstärke gestrickt habe. Warum auch immer, ich stricke im Moment ganz offensichtlich zu fest. Der Umfang der Socke ist im ungedehnten Zustand gerade mal 17 Zentimeter, und sie sitzt sehr, sehr eng. Die Empfängerin der Socken hat aber schmalere und kleinere Füße als ich, also hoffe ich, dass es trotzdem passt.

click clack

Nadelgeklapper

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