Donnerstag, 31. August 2006

Nesselprobe.

Vor einigen Jahren habe ich mir hin und wieder etwas vom Berliner Designer-Duo Chiton nähen lassen. Unter diesem Label gibt es eine kleine Kollektion mit klassischen Modellen, sehr schlicht und schön. Man kann die einzelnen Teile im Laden ansehen, und möchte man etwas haben, wählt man einen Stoff aus, bespricht die Details, und dann wird alles maßgeschneidert. Die Fülle an Stoffmustern erinnert ein wenig an die Auswahl in einem Wollgeschäft - so viele Qualitäten und Farben, und am liebsten möchte man von allem Schönen irgendetwas haben. Manchmal hatte ich auch einen eigenen Wunsch, der dann umgesetzt wurde. Dazu gab es dann noch kein Schnittmuster, und damit der teure Stoff nicht verschnitten wird, wurde vorher eine Nesselprobe gemacht, das heißt, das Kleid oder was immer es war, wurde aus ganz billigem Nesselstoff vorgefertigt, um dann als Vorlage zu dienen.

jenny_blau_01

Das hier ist meine Nesselprobe für Jenny. Vielleicht erinnert ihr euch - eine Weile ist es ja schon her, dass ich den Cardigan eigentlich in der Farbe Gooseberry begonnen hatte. Das Rückenteil war gerade fertig, als mir beim Aufräumen ein Schuhkarton in die Hände fiel, in dem ich zehn Knäuel Handknit Cotton in Graublau aufbewahrt hatte. Das Garn hatte ich vor längerer Zeit für ein Paar Pfund bei eBay ersteigert, und ursprünglich sollte ein Pullover für Leo daraus werden. Die Farbe passte aber so wunderbar zu einem meiner neuen Sommerkleider, dass ich beschloss, ein Jäckchen für mich daraus zu stricken. Und da ich auf die Schnelle keine andere Anleitung fand, habe ich noch einmal Jenny angeschlagen, und dann nur noch an dieser Version weitergearbeitet, aus zwei Gründen: zum einen wollte ich den Cardigan unbedingt mit in den Urlaub nehmen, und zum anderen hielt ich es für eine gute Idee, erstmal ein Stück fertigzustellen, um dann beim zweiten gegebenenfalls noch Änderungen durchführen zu können.

jenny_blau_03

Rechtzeitig fertig wurde ich, aber Jenny musste zu Hause bleiben, obwohl sie sehr hübsch geworden ist. Mir hatte es schon gefallen, sie zu stricken, und selbst das Zusammennähen machte Spaß, weil alles so perfekt passte. Nur passt die fertige Jacke mir leider nicht, was, traurig genug, meine eigene Schuld ist. Hätte ich mich weniger vom Model im Heft leiten lassen, hätte ich die Maße in der Anleitung genauer mit meinen eigenen verglichen, und hätte ich es besser bei Sabine abgeschaut, wäre Jenny nicht so viel zu kurz. Meine Kleiderpuppe gibt es nicht ganz so wieder, aber an mir bedeckt die Jacke noch nicht einmal die Taille, und dass, obwohl sie schon einige Zentimeter länger ist als vorgesehen. Und dann ist sie auch recht eng. Mir fiel, natürlich auch erst hinterher, auf, dass die Pullover-Version die gleichen Maße hat, woraus ich schließe, dass der Cardigan nicht unbedingt als solcher verwendet werden sollte, sondern eher geschlossen getragen als Pullover.

jenny_blau_02

Dafür spricht auch der sehr weite Ausschnitt. Alles, was ich dazu anziehen wollte, schaute seitlich irgendwie seltsam hervor und zerstörte die schöne Linie, die der Ausschnitt eigentlich bildet. Mit einem eng angliegenden Spaghettiträger-Top darunter ginge es vielleicht, aber ansonsten bin ich von der Vorstellung des kleinen Jäckchens, das man schnell überwirft, wenn es kühler wird, nicht mehr überzeugt. Die grüne Gooseberry-Variante will ich dennoch stricken. Ich werde das Rückenteil bis zu den Armausschnitten wieder auftrennen und dann so verlängern, dass es knapp hüftlang wird.

jenny_blau_04

Zum Schluss noch ein Bild für all diejenigen, die immer meine sauberen Nähte loben :-) Normalerweise fotografiere ich eher die Dinge, die gut gelungen sind, hier kommt die Ausnahme: beim Zusammennähen der Maschen im gerippten Bund habe ich eine Anleitung von Debbie Bliss aus einem ihrer How to Knit-Bücher befolgt, wobei man im Matratzenstich aus zwei rechten Randmaschen eine mittlere formt. Gezeichnet sah das Prinzip sehr einleuchtend aus, die Umsetzung war bei mir holprig, da schon die zusammenzunähenden Maschen recht ungleichmäßig waren. Da werde ich mir für die zweite Jenny auch etwas anderes einfallen lassen.

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